Success Story: bimspot – Gewinner des Smart Building / Smart Construction Innovation World Cup® Awards 2019

Bild: Trophäe Smart Building/Smart Construction Innovation World Cup® Award 2019

Interview mit Christoph Degendorfer, Co-Founder und CEO von bimspot GmbH

Können Sie uns die Geschichte des Unternehmens erzählen?

bimspot wurde im August 2018 in Wien, Österreich gegründet und ist mittlerweile auf ein 15-köpfiges Team angewachsen, in dem sich langjähriges Praxiswissen aus der Bau- und Planungsbranche mit Know-How in der Softwareentwicklung verbindet. Das Führungsteam rund um die Gründer Christoph Degendorfer CEO und Clemens Degendorfer CTO hat sich 2019 mit Thomas Untereichner CPO erweitert. Zu Beginn des Unternehmens wurde der Market-Fit durch erste Online-Features mit vielversprechender Bravour gemeistert ehe im Oktober 2019 die Plattform international gelauncht wurde. Aktuell wird bimspot in über 4400 Projekten in 71 Ländern eingesetzt.

Wie ist Ihr Start-up entstanden?

Als Architekt ist es meine Leidenschaft Visionen Realität werden zu lassen. In meinen 15 Jahren in verschiedenen Architekturbüros hat es mich immer fasziniert neue Technologien und Methoden in Projekten anzuwenden.
Als BIM sich als Methode in der Branche entwickelte, war es für mich die Chance mein digitales Mindset mit der Ambition für die Gestaltung der gebauten Zukunft zu verbinden. Nach der Gründung und dem erfolgreichen Aufbau eines BIM Consulting Unternehmens mit vielen begleiteten Projekten, wurde sehr offensichtlich, was fehlt, um das volle Potential von BIM (Building Information Modeling) auszuschöpfen.
Das war die Geburtsstunde von bimspot mit dem Ziel diese Lücke zu füllen.
So ambitioniert dieses Ziel auch sein mag, mit unserem ständig wachsenden, großartigen Team und mit der Unterstützung von starken Partnern arbeiten wir beharrlich daran, dieses Ziel zu verwirklichen.

Was ist Ihre Technologie?

bimspot bietet eine technologisch disruptive Cloud Lösung für die BIM orientierte Zusammenarbeit. Erstmals ist es möglich alle digitalen Daten der Gebäudemodelle softwareneutral zu vereinen und kontextbasiert Erkenntnisse über das BIM Projekt zu genieren. Dafür wurde eigens ein Machine Learning Framework zur Optimierung der Datenqualität entwickelt. Als Self-Service Angebot konzipiert, steht das intuitive und unterstützende Arbeiten für alle Beteiligten auf jedem Gerät im Fokus.

Welches Problem wird dadurch gelöst?

Basierend auf zahlreichen Studien kosten Fehler im Bauprozess rund 12% der Gesamtprojektkosten. Größtenteils sind diese Fehler auf die Planungsphase zurückzuführen, ausgelöst durch die Tatsache, dass alle Beteiligten lediglich Teilinformationen des gesamten Gebäudes genieren und keine Richtlinien für eine gemeinsame Konformität dieser sorgen. Diese Fragmentierung der Informationen und die nicht existierenden Möglichkeiten zur einheitlichen technologischen Zusammenarbeit können auch nicht alleine durch das Konzept von BIM gelöst werden. Die Lösung von bimspot eliminiert den hohen und höchst ineffizienten manuellen Aufwand wichtige Informationen aus den Teilmodellen zu extrahieren und in einen relevanten Kontext zu verknüpfen – was die Grundlage für ein besseres Gebäude- und somit Projektverständnis darstellt. Dieser zeitliche Vorteil bringt auch einen qualitativen mit sich, der es ermöglicht frühzeitig Probleme oder Abweichungen im Planungsprozess zu erkennen, um somit die 12% Fehlerkosten drastisch zu reduzieren.

Was ist das Besondere an Ihrer Lösung?

Die Lösung von bimspot vereint auf einzigartige Weise alle Daten rund um die Modelle in einem BIM Projekt. Dadurch wird allen Beteiligten sowohl ein ganzheitlicher Blick auf das BIM Projekt als auch ein nahtloses Eintauchen auf die Detail- und Informationsebene ermöglicht. Auf Basis der intuitiven Filterung und Navigation von jeglichen Gebäudedaten, genannt „Information Exploring“, können die unterschiedlichsten Fragestellungen in einem Projekt schnellst möglich beantwortet werden. Visuelles und zahlenbasiertes Feedback gibt einen klaren Fokus und den dazugehörigen Kontext, um ein Gebäude besser zu verstehen. 

Kurz gesagt, bimspot verwandelt eine zweiwöchige Recherche- und Analysearbeit, um eine Problemstellung in der Planung zu erfassen, in eine One-Click Suche.

Obwohl viele Industriezweige die digitale Welle erfasst haben, ist der Bausektor bei der Einführung innovativer Technologien immer noch langsam. Was ist Ihre Meinung zur zukünftigen Entwicklung der Branche und welche Rolle wird Ihrem Unternehmen in dieser digitalen Kette zugewiesen?

Nach dem anfänglichen Hype von BIM in der Bauindustrie ist jetzt ein langsamer, aber nachhaltiger Aufbau in der Digitalisierung erkennbar. Das spürt man durch die zahlreichen Initiativen und Investitionen, die innerhalb der Branche getätigt werden. Lösungen wie bimspot, aber auch zahlreiche andere finden sich daher in einer Rolle, die dazu beiträgt, Barrieren und Berührungsängste durch klar erkennbare Wertschöpfung abzubauen. Dies fördert ein Umdenken des Prozesses im ganzheitlichen Sinne von aktuellen und notwendigen neuen Vorgehensweisen. 

Welches sind die wichtigsten Herausforderungen, mit denen Sie in Ihrem Tagesgeschäft konfrontiert sind?

Im Tagesgeschäft gibt es sehr unterschiedliche Herausforderungen. Das beginnt beim Team für die richtige Arbeitsatmosphäre und die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu sorgen, neue Leute zu finden, die von der Vision und dem was wir tun genauso begeistert sind wie wir selbst, die richtigen Prioritäten im Produkt zu setzten und diese auch effizient umzusetzen, Kundenfeedback einzuholen und einfließen zu lassen, Awareness und Präsenz am Markt zu erhöhen und bei all dem die langfristigen Ziele, nicht aus den Augen zu lassen und fokussiert darauf hinzuarbeiten. Dabei die richtige Balance zu finden, Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen, dass ist die größte Herausforderung im Daily Business.

Gewinner bimspot mit der Smart Building/Smart Construction Innovation World Cup® Jury
Wie würden Sie die Besucherinteraktion auf der BIM World MUNICH 2019 beschreiben?

Durchwegs positiv! Was mir besonders aufgefallen ist, war das Niveau der Diskussionen. Haben wir vor drei-vier Jahren noch oft diskutiert ob sich BIM durchsetzen wird und wo die größten Probleme und Hemmnisse liegen, habe ich dieses Mal fast ausschließlich sehr interessante Fragen aus der konkreten Umsetzung besprochen. Ich habe das Gefühl, dass wir ein gutes Stück weitergekommen sind und sich BIM endlich als State-Of-The-Art etabliert. Die BIM-Pilotprojekte sind erfolgreich abgeschlossen, jetzt gilt es sich darauf zu konzentrieren BIM auch in der Breite umzusetzen. Darauf freue ich mich!

Welchen Rat würden Sie einer Gruppe von Gründern in der Bau- und Immobilienbranche geben, nachdem sie ein erfolgreiches Start-up aufgebaut haben?

Jedes Unternehmen und jede Gruppe von Gründern ist anders. Jedes Team entwickelt seine eigene Kultur, seinen eigenen Spirit. Das ist auch der einzige Weg herausragende Lösungen zu schaffen, indem man Probleme individuell und anders löst, als alle anderen. Die einzige Empfehlung, die ich daher geben kann, ist: findet euren eigenen Weg und vertraut darauf, dass es der richtige ist.

Planen Sie eine internationale Marktexpansion? An welchen Märkten sind Sie besonders interessiert und warum?

bimspot ist eine reine online Lösung, die leicht zu verwenden ist und als self-service funktioniert. Wir haben daher keine Einschränkung im Vertrieb und sind vom ersten Moment an online und global ausgerichtet. Wir haben natürlich die Voraussetzung, dass die Projekte mit BIM abgewickelt werden und hier gibt es zwischen den Ländern Unterschiede. bimspot wird neben dem D-A-CH Raum, aus dem wir ja kommen und durch unser Netzwerk und Arbeiten auch schon vor bimspot eine bestimmte Bekanntheit haben, sehr stark in den Nordics, UK und Frankreich verwendet. Aber auch die Verwendung in Indien, USA und Südamerika ist sehr stark.

 
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