COVID-19, BIM UND UNSERE INDUSTRIE – WIE GEHT ES WEITER?

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Covid-19 lehrt uns als Menschheit einiges. Ohne zu philosophisch zu werden, erkennen wir, wie anfällig wir eigentlich sind. Fast von einem Tag auf den anderen werden Dinge, die wir für selbstverständlich und unantastbar hielten, radikal verändert oder abgeschafft.

Wir werden gezwungen, unser Leben, unsere Arbeit und unser Miteinander, wenn auch hoffentlich nur zeitlich beschränkt, anders zu organisieren. Aber genau in dieser schweren Zeit wird die Relevanz einer Entwicklung, die immer noch in vielen Bereichen mit gemischten oder sogar negativen Eindrücken behaftet ist, immer offensichtlicher:

Die Digitalisierung ist mittlerweile in jedem privaten Haushalt angekommen – Video Chats zu zweit oder mehr, digitales Home Learning, Home-Office mit weniger oder mehr digitaler Unterstützung. Dabei stößt die digitale Infrastruktur immer häufiger an ihre Grenzen, und zeigt uns in vielerlei Hinsicht wie verletzlich unsere Infrastrukturen und letztlich auch unsere Marktwirtschaft sind.

Deshalb ist jetzt die richtige Zeit sich Gedanken darüber zu machen, wie es während aber vor allem nach dem Shutdown digital weiter geht. Für die Folgen und Zukunft der Bauindustrie haben sich einige Experten Gedanken gemacht, die wir gerne in dieser außergewöhnlichen Zeit mit Ihnen teilen möchten.

Roland Berger hat die folgenden drei Szenarien für die Bauindustrie entwickelt.

Wir gehen derzeit davon aus, dass wir das Szenario B erleben werden. Zusammenfassend kann man festhalten, dass in allen Szenarien eine deutlich verzögerte Auswirkung auf die Bauindustrie zu verzeichnen ist. Demnach wird ein Rückgang von bis zu 5% im ersten und zweiten Quartal in 2021 erwartet. Zu Beginn des dritten Quartals wird eine Trendwende einsetzen, die in eine deutliche Erholung im vierten Quartal mündet.

„Die deutsche Bauwirtschaft steht im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen noch recht gut da. Wir verspüren natürlich schon die Krise: Kleine Umbauten und Renovierungsarbeiten sowohl von Privatleuten als auch Unternehmen werden oft verschoben, bereits geplante und finanzierte Neubau-vorhaben jedoch weiter abgearbeitet. Vielmehr wirken sich die Handhabe von social distancing Regeln oder das Fehlen notwendiger ausländischer Facharbeiter auf die Effizienz der Baustelle aus. Der Komplettstopp von Baustellen ist jedoch eher die Ausnahme. Eine stärkere Wirkung werden wir erst Ende des Jahres/Anfang kommenden Jahres verspüren, sollte die Wirtschaft nicht bald wieder anziehen und Unternehmen Ihre Bauplanungen stoppen, Banken Projektfinanzierung ablehnen, Privatpersonen keine Wohnungen oder Häuser kaufen.“

Dr. Kai-Stefan Schober, Senior Partner Construction, Roland Berger GmbH

Die Covid-19 Krise wird für einen nachhaltigen Schub der „Digitalisierung“ sorgen. Jeder Marktteilnehmer wird feststellen, wie wichtig die digitale Abbildung der Prozesse ist. Gerade in der Baubranche ist BIM das „Backbone“ der Digitalisierung.

„Ich habe die letzten Wochen während der verhängten Kontaktbeschränkungen viele Gespräche mit Unternehmensinhabern und deren internen Digitalisierungsstrategen geführt. Am meisten hat die Unternehmen die Radikalität der Vollbremsung unserer täglichen Aktivitäten geschockt. Die aktuellen Projekte der Unternehmen laufen derzeit noch fast verzögerungsfrei weiter. Dabei war mein Eindruck aber auch, dass die Hoffnung vorherrscht, dass es sich nur um eine relativ kurzfristige Zeit handelt, in der die gewohnten Arbeitsabläufe durch Verlagerung der meisten Bürotätigkeiten ins Homeoffice beeinträchtigt werden. Generell führt die aktuelle Pandemie jedoch dazu, dass sich die Unternehmen die aktuellen Prozesse und deren Schwachstellen JETZT mit einem anderen Gefühl der Dringlichkeit ansehen und nach Möglichkeiten und Optionen suchen, sich nach Normalisierung der Situation auf zukünftige, nicht vorhersehbare Ereignisse vorzubereiten. Hierbei werden Digitalisierungskonzepte und BIM eine wesentliche Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund wird die BIM WORLD MUNICH eine der zentralen „Nach-Covid-19 Veranstaltungen“ sein, die Lösungsansätze und Möglichkeiten hierfür aufzeigt. Uns stehen auf jeden Fall spannende Zeiten bevor!“

Dietmar Bernert, Präsident BIM World MUNICH & Vice President Hexagon Geosystems Services AG

Das Team der BIM World MUNICH wünscht Ihnen schöne Osterfeiertage und bitte bleiben Sie gesund!