Opening of Breakout Sessions by Bavarian Chamber of Architects: „Vorfertigung – seriell oder individuell?”
Description
Serielles Bauen und Sanieren ist ein Schlagwort der politischen Diskussion und wird als Hoffnung auf
schnelles und kostengünstiges Schaffen dringend benötigten Wohnraums gehandelt. Im Vortrag werden
zunächst einige Begriffe der aktuellen Diskussion geklärt, um die damit verbundenen Erwartungen und
Möglichkeiten zu erörtern.
Die Potentiale einer durchgängig digitalisierten und automatisierten Prozesskette werden am Beispiel der
Fassadensanierung eines Wohn- und Geschäftshauses in der Münchner Innenstadt aufgezeigt.
Die Begriffe „seriell“ und „modular“ werden anhand historischer und zeitgenössischer Beispiele kritisch
erörtert.
Am Beispiel des Lehrprojekts „WikiHouse.studies+“ und des Forschungsprojekts „ARISE“ der HTWG
Konstanz wird das Potential eines durchgängigen Bausystems beschrieben sowie die Prozesse und
Möglichkeiten der Automatisierung und Digitalisierung des Bauens dargestellt.
Zum Abschluss verdeutlicht ein individuell geplanter Gewerbebau, welche gestalterischen,
architektonischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten in der handwerklichen Vorfertigung liegen, wenn keine
Zwänge und Restriktionen durch systemische Gegebenheiten serieller oder modularer Vorgaben bestehen.
Das Projekt zeigt, dass auch in einem von hohem Kostendruck geprägten Marktsegment individuelle
Planung und maßgeschneiderte Konzepte eher zu zukunftsfähiger Architektur führen als universelle
Bausysteme. Außerdem wird dargestellt, wie wichtig die sorgfältige und individuelle Planung von
Gewerbeimmobilien für eine qualitätsvolle Entwicklung des ländlichen Raums ist.